Berchtesgadener Land & Tauernradweg


Tag 1:   20.08.2015    Wuppertal – Salzburg Anreise per Bahn

Köln Hauptbahnhof 8:18 Uhr Gleis 7, ich warte auf den IC nach Salzburg.

Oh weh, 14 (!) Fahrräder auf dem Bahnsteig, davon 10 vom Kegelclub „Alle Neune“. Das Verladen der Räder kostet der Bahn 5 Minuten Verspätung, aber ansonsten nichts. Alle sind erfahrene Radverlader. Und somit starten wir wohlgelaunt in den Urlaub; auf nach Salzburg.

15: 59 Uhr; auf die Minute pünktlich in Salzburg!

Eigentlich wollte ich mir am Anreisetag noch Salzburg ansehen. Aber wir haben Festspielzeit; und Salzburg ist mir zu hektisch und zu voll, vor allem mit dem beladenen Rad.

Also nehme ich den direkten Weg auf den Mönchsweg, auf dem ich wohne. Das Johannes-Schlößl ist ein altes Pallottiner-Kloster mit einem Gästehaus. Die Zimmer sind spartanisch eingerichtet, aber alles Tipp Top. Und diese Ruhe.

Nach einer Körperpflege zieht es mich doch noch einmal in die Innenstadt von Salzburg. Nach nur 300m zu Fuß und einer Fahrt im Mönchsbergaufzug bin ich bereits in der Altstadt. Viel sieht man nicht nur 1.000de Touristen, Chinesen, Japaner, Russen, Holländer und natürlich Deutsche 😊. Als dann auch noch die Vorführung im Großen Festspielhaus Pause hatte und hunderte Anzug- und Trachtenträger auf die Straßen drängten flüchtete ich nach einem kleinen Imbiss per Aufzug wieder auf den Berg. Noch ein paar Bilder.

Um 21:00 Uhr das Licht auszumachen und zu schlafen ist doch für den ersten Tag auch OK.

 

Tag 2:   21.08.2015    Salzburg -Schönau

Da war er nun, der „Einrolltag“. Nach einem üppigen Frühstück (in einem ehemaligen Kapellen-Saal) rollte ich einfach an der Salzach entlang (ja so schön können Radwege sein) bis zum Schloss Schönbrunn. Eine Besichtigung habe ich mir verkniffen. Bei den Eintrittspreisen, allein schon um in den Garten zu kommen.

Jetzt nur noch vom Tauernradweg abbiegen und direkt nach Marktschellenberg rollen. Ein wunderschönes altes Städtchen. Heute Abend spielt hier die örtliche Blaskapelle auf dem Marktplatz. Dann bin ich allerdings nicht mehr da.

Von nun an folge ich dem Mozartradweg Richtung Berchtesgaden. Hätte ich besser nicht gemacht. Von nun an: Ab in den Wald, Schotterpiste rauf, Feldweg wieder runter usw., usw. Da wollte der Bürgermeister wohl zeigen wie viele schöne Radwege die Gemeinde so hat. Nun gut.

Berchtesgaden lasse ich rechts liegen. Die Stadt kenne ich bereits aus einem zurückliegenden Urlaub. Ich fahre direkt über einen Bahntrassenradweg zum Königssee. Um Gottes Willen. Es ist doch Freitag. Wo kommen denn die ganzen Menschen her. Muss den gar keiner arbeiten.

Von 16 einsatzbereiten Booten (oder Schiffen?) der Königsseeschifffahrt sind 14 im Einsatz. Alle Landungsstege sind mehrfach belegt. Das ist doch nicht normal. Angezeigte Wartezeit auf eine Bootsfahrt > 60 Minuten.
Mein Reflex = Flucht. Auf der Terrasse des Kaffee Malerwinkel finde ich einen schönen Platz um das Treiben von oben anzusehen. Die Plätze im Cafe sind ebenfalls alle belegt, so werden eben die Vorräte aus den Packtaschen auf einer Parkbank verzehrt. Äpfel und Bananen.

Auf geht es nach Schönau, da habe ich für die Nacht ein Zimmer im Hotel Hanauerlehen gebucht. Ach ja, das Hotel ist in Oberschönau. Da gibt es eben noch ein paar Höhenmeter.
Nach Duschen und Umziehen fahre ich dann doch noch mit dem (kostenlosen) Gästebus nach Berchtesgaden. Nach einem Stadtbummel und 2 Kerzen im Dom nach 2 Stunden auch wieder zurück.

Das Abendessen gab es dann in Schönau im Waldhauser Bräu. War auch Drehort für die ZDF Serie Tierarzt Dr. Engel. Nach meiner anfänglichen Skepsis kann ich nur sagen, super Essen zum fairen Preis und nettes Personal.

 

Tag 3:   22.08.2015    Schönau – Lofer

Was ist das denn für ein Wetter? Nebel, feucht und kühl. Da war doch ganz was anderes vorhergesagt. Aber nach einem ausgiebigen Frühstück hatte sich das Wetter aufgehellt und die Sonne schien. Also auf geht’s.

Als erstes über eine Abkürzung, mit vielen Höhenmetern, nach Ramsau. Nun ja, morgens bin ich ja noch fit. Wer kennt diese Kirche nicht?

Im Anschluss zum Hintersee. Eigentlich sollte der besser „Höhensee“ heißen, denn die Steigung hoch ist nicht sehr steil aber sehr lang und sehr zäh. Zur Belohnung gibt es auf der Terrasse des Gasthaus Seeklause eine Holunderschorle.

Weiter auf Waldwegen zum Taubensee und weiter über die B305 (auf 5 km, 10% Gefälle, das Rockt) nach Schneizlreuth. Unten angekommen geht es wieder auf den Mozartradweg. Rampe rauf, Rampe runter; heute gefällt mir so was nicht. Lieber kontinuierlich bergan. Was hätte Mozart zu so etwas gesagt.

Nach diversen weiteren Rampen erreiche ich die Landesgrenze und den Steinpass bei Unken, immerhin 615 m über NN. In Unken ist dann Mittagimbiss angesagt. Das Essen auf der Terrasse war dann auch mit diversen Wespenschwärmen garniert. Ich ließ mir das Essen einpacken und flüchtete, ohne Stiche.

Nach Unken wir der Mozartradweg wunderschön. Er verläuft unmittelbar neben der wilden Saalach. Sogar Rafting wird hier betrieben, ist nur schlecht mit der Radmitnahme.

Zum Tagesabschluss noch ein schöner Anstieg und ich bin in meinem Quartier in Lofer, im Cafe Dankl. Nach dem obligatorischen Stadtrundgang und einem Abendessen (Kaiserschmarren, was sonst) ab ins Bett.

PS: Max. Geschwindigkeit 58,5 km/h, wozu lange Gefälle doch gut sind.

 

Tag 4:   23.08.2015    Lofer – Zell am See

Nach einer kleinen Lofer-Runde geht es an der Quellwassertankstelle vorbei nach St. Martin. Habe hier allerdings keinen Nikolaus gesehen.

Weiter geht es über einen geteerten Radweg durch Wald und Flur, teilweise allerdings auch direkt neben der viel befahrenen Bundesstraße. Der Radweg führt geradewegs nach Süden, und der böige Wind kommt aus …….. Süden. Es sind Gänge wie im Gebirge angesagt.

Das bleibt so bis Weißbach. Dort wechselt der Radweg in den Wald.

Am großen ÖAMTC Fahrtechnikzentrum und einem Golfplatz vorbei erreiche ich Saalfelden. Eine wunderschöne Stadt mit alten, aber sehr gepflegten Häusern. Nach der hier eingelegen Mittagspause geht es weiter am Ritzensee vorbei. Zick, zack, Berg auf, Berg ab geht es nach Maishofen. Hier noch schnell einen Kaffee bevor es weiter zum Zeller See geht.

Auf der Wiese gönne ich mir eine gute Stunde ein schönes Nickerchen im Schatten. Fehlt nur der noch Kellner.

Im Anschluss durch Zell am See zur Unterkunft (Gästehaus Haffner) im Ortsteil Schmitten, was noch mal 100 hm auf den Tacho bringt.
Nach einem üppigen Abendessen im Restaurant Lebzelter unten in Zell ….. gute Nacht.

PS: Höchstgeschwindigkeit 47,5 km/h; ich weiß auch nicht so recht wo?

 

Tag 5:   24.08.2015    Zell am See – Krimml

Heute wird sich etwas gegönnt, heute habe ich Geburtstag. Zur Feier des Tages gönne ich mir eine Fahrt mit der Pinzgauer Museumsbahn zum Bahnhof Krimml.

Dauert gemütliche 1,5 Stunden und ich kann mir schon Mal die Strecke ansehen, die ich Morgen zurückfahren werde.

Allerdings sind es von Krimml Bahnhof bis zu den Wasserfällen noch einmal 8 km und 400 Hm; und das auf matschigen Waldwegen. Da rutsch auch schon Mal das Hinterrad durch.

In Oberkrimml angekommen fahre ich zuerst Mal ins Hotel Klockerhaus, meinem Nachtquartier und mache mich frisch. Ich reserviere mir für abends direkt einen Tisch.

Dann geht es zu Fuß zu den Krimmler-Wasserfällen. 380 m Wasser im freien Fall, das ist schon beeindruckend. Da merkt man mal wieder wie klein man doch ist ….

Noch beeindruckender ist dann mein Feiertagsabendessen. Vorspeise, Hauptgericht, Dessert, Sekt … hicks. Gute Nacht.

PS: Gesamtstrecke 64 km, davon 50 km mit der Bahn. 400 Hm alle auf den letzten Kilometern. Höchstgeschwindigkeit (der Bahn) 75, km/h.

 

Tag 6:   25.08.2015    Krimml – Bruck (bei Zell am See)

Nach dem gestrigen Sondertag schlage ich noch benommen die Augen auf. Was muss ich sehen: REGEN . In sehr ergiebiger Form. Na gut, erst mal frühstücken und packen. Und dann 2 Stunden später -> ergiebiger Regen und tiefe Wolken. Na gut, auf 1100 m kann das schon Mal passieren.

Dann fahre ich eben erst mal bis Krimml runter unter dann entscheide ich neu. Wozu habe ich das ganze Regenzeug eigentlich mitgenommen. Dann kann ich es auch verwenden.

Unten in Krimml sehe ich aus wie nach einem Moorbad. Der Weg runter geht ausschließlich über matschige Waldwege. Wenn das so ist kann ich auch weiterfahren. Ich kann nur sauberer werden. Es geht also ohne umschweife über Neukirchen nach Mittersill. Ich fahre überwiegend auf geteerten Straßen. So hält sich der Dreck in Grenzen und ich kann mich ausschließlich auf das Wasser von oben konzentrieren.

In Mittersill nehme ich im Bahnhofskaffee eine heiße Schokolade und einen Cognac. Man nennt das glaube ich Lumumba. Ist aber egal, Hauptsache warm.

Weiter auf direktem Weg über Niedersill Richtung Zell am See. Da aber am Folgetag dort ein internationaler Ironman starten soll, kam man gar nicht mehr in die Innenstadt. Alles voller Absperrungen und Teamautos. Also ging es direkt zu meinem Tagesziel Bruck, zur Pension Maria. Nach einer ausgiebigen warmen Dusche ging es mir schon besser. Die Sachen werden wohl bis morgen wieder trocken sein.

Das schlimme dabei, kaum habe ich mich umgezogen scheint … die Sonne. Ich setze mich auf den Balkon, genieße die Aussicht auf die Salzach und den 0-Kilometerstein der Großglockner-Hochstraße. Nein, die werde ich bei dieser Tour nicht fahren.

Nach dem Abendessen noch einmal auf den Wetterbericht geschaut; Morgen soll es sonnige 28°C geben. Na, dann gute Nacht.

 

Tag 7:   26.08.2015    Bruck (bei Zell am See) – Werfen

Von Wegen Sonne. Die Wolken hängen tief und die Straßen sind noch feucht. Na, immerhin regnet es nicht. Nach dem Frühstück geht es direkt los. Wer weiß, ob es nicht gleich wieder regnet.

Nach ca. 30 Minuten die ersten Steigungen und keine Wolken mehr. Also Jacke aus und auf ruhigen Radwegen über Gries nach Taxenbach. Dort erst mal im Supermarkt die Vorräte aufgefüllt. Äpfel, Bananen und zusätzliche Getränke. Die Temperaturen entwickelten sich in die Nähe der angesagten Werte.

Weiter ging es nach Lend (teilweise direkt an der lauten hässlichen Bundesstraße). Und dann kommt auch noch die Rampe bei Klamm, an der sogar einige hartgesottene Mountainbiker schieben. Na, dann bin ich ja nicht der Einzige. Doch plötzlich surren 5 Rentner an mir vorbei. Obwohl, bei diesem Tempo halten die Akkus auch nur bis zum nächsten Gasthof.

Nach einem kontinuierlichen Auf und Ab in schönster Natur mit wunderschönen Aussichten erreiche ich Schwarzach. Mahlzeit im Hotel Post. Gulaschsuppe und ein Radler. An einem Tisch in der Ecke sitzen … 5 Rentner, und auf dem Boden 5 Ladegeräte. Ich wusste es doch 😊.

Weiter auf einem schön geführten Radweg bis zum „Durchfahrt verboten“-Schild. Und das ohne eine Ankündigung. Nach kurzem Schieben bleibt eigentlich nur der Weg über die Bundesstraße. Aber die ist hier eine Kraftfahrstraße. Wie eine Autobahn gebaut. Es gibt keine andere Möglichkeit. Also fahre ich 2 km auf einem Standstreifen bis zur nächsten Lücke in den Leitplanken. Das schönste; an dieser Kraftstraße stand dann ein Hinweisschild zum neuen Radweg.

Von hier ab geht es immer an der Salzach entlang. Wunderschön. Ich erreiche schnell St. Johann und Bischofshofen. Hier lege ich eine kurze Pause ein und bummele durch die Stadt und besuche die Skisprungschanze.
In Pfarrwerfen, direkt am Radweg, dringt ein Duft von Kaffee in meine Nase. Sofort macht das Rad eine Vollbremsung. Ich kann gar nicht anders. Aber nur Kaffee ohne Schnaps und Kuchen.

Kurz danach erreiche ich mein Etappenziel Werfen. Nach dem Einchecken im Werfener Hof geht es direkt zu Fuß und per Lift auf die Burg Hohenwerfen, welche in Sichtweite liegt.
Ich nehme nur das Ticket für den Lift, ohne eine Führung und die Adlershow. Aber die Kulisse kenne ich bereits aus einen meiner Lieblingsfilme, dem Klassiker „Agenten sterben einsam“ mit Clint Eastwood und Richard Burton aus dem Jahr 1968.  Hohenwerfen hieß im Film „Festung Schloss Adler“.


Nach dem Abliften und dem Abendessen, ab ins Bett.

 

Tag 8:   27.08.2015    Werfen – Elsbethen (Salzburg)

Nach einem ausgiebigen Frühstück (ich brauche schließlich neue Kraft) fahre ich, vorbei an der Burg Hohenwerfen auf der Bundesstraße, einem breiten Seitenstreifen und wenig Verkehr. Es läuft.

Das Tal wird immer schmaler. Plötzlich nur noch eine Bahnstrecke, die Salzach und meine Bundesstraße eng beieinander. Über 6 km lang, durch einzelne Tunnel. Links der Ritterkopf mit 2250m, rechts der Hochkogel mit 2280m. In der Mitte ich. Und da ist der Durchbruch. Raus aus den Hochalpen. An der Auffahrt zum Pass Lueg, an den Salzachöfen mache ich eine kurze Kaffeerast. Ich schaue zurück in eine enge Schlucht und nach vorne in eine offene Hügellandschaft.

Über Golling (hier lohnt sich keine Rast) und Kuchel fahre ich nach Hallein. Mittag. Es ist heiß, kein Wind und ich brauche neue Flüssigkeiten. Nachdem ich also im Supermarkt meine Vorräte wieder aufgefüllt habe, nehme ich beim Italiener mitten auf dem Marktplatz einen Chefsalat. Das muss für den Moment reichen.

Nach dieser ausgiebigen Pause geht es weiter Richtung Salzburg. An Puch vorbei erreiche ich mein Tagesziel in Elsbethen, das Gasthaus Überfuhr.
Ich habe mir extra hier, etwas außerhalb von Salzburg ein Zimmer gebucht, da 1. die Küche sehr gut ist und 2. die Zimmerpreise erheblich günstiger sind, als in Salzburg (Thema: Festspiele).
Nach der üblichen Körperpflege setze ich mich in den Hotel-/Biergarten und genieße die Welt ………..

 

Tag 9:   28.08.2015    Elsbethen – Salzburg

Ich stürze mich in die letzte Tagesetappe von sage und schreibe 10 km!

Ich rolle gemütlich an der Salzach entlang und erreiche ohne Probleme Salzburg. Ich schaue mir noch die Dreharbeiten für einen Rad-Trailer der Stadt Salzburg an. Ach, wie nett. So realistisch…

Ich erreiche um 11:08 Uhr den Bahnhof. Und der EC114 ist auch schon ausgeschildert. Von Gleis 1 geht es pünktlich um 12:00 Uhr Richtung Heimat.