Havel-Elbe

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Wie eigentlich immer, wenn ich an einem Forumstreffen teilnehme, nutze ich die Gelegenheit einer ausgedehnten Anfahrt. Das Treffen 2018 sollte also in Räbke stattfinden. Dieses „Dorf“ liegt in unmittelbarer Nähe von Helmstedt. Wie fast immer war der Termin am Feiertags-Wochenende Christi Himmelfahrt, bei vielen wahrscheinlich besser bekannt unter Vatertag.
Dies fiel also auf das Maiwochenende vom 30.05. – 02.06.2019.

Die Anreise hatte ich also von Sonntag den 22.05. bis zum 29.05. geplant, also fast 7 ganze Tage. Das ist für geplante 420 km großzügig bemessen. Allerdings hatte ich für einige Zwischenstopps, wie z.B. Potsdam, Werder, Brandenburg oder Magdeburg großzügige Freiräume gelassen.

Die Tour startete also in Berlin, und führte über Potsdam, Werder, Brandenburg bis nach Havelberg immer an der Havel entlang. In Havelberg bog ich dann Richtung Süden ab und folgte bis Magdeburg der Elbe. In Magdeburg dann Richtung Helmstedt und ich erreichte mein Ziel den CP in Räbke.

22.05.2019     Wuppertal – Berlin

Wuppertal HBF bis Berlin Spandau mit dem IC mit Umstieg in Hannover.
Vom Bahnhof Berlin-Spandau ging es dann vorbei am Grunewaldturm direkt zur Unterkunft nach Berlin Zehlendorf.

Am Abend dann noch ein leckeres Abendessen in der http://www.speisewerkstatt-berlin.de/ und schon war ein guter Tour Start gelungen.

Übernachtung im Robert-Tillmann-Haus https://rth-berlin.com/home/rth

23.05.2019    Berlin – Potsdam – Caputh – Petzow – Werder / Havel

Nach dem Frühstück ging es über Kopfsteinpflaster wieder zur Havel Richtung Wannsee. Da war sie also, die Havel, die mich in den nächsten Tagen begleiten sollte. Nur das Wetter hätte freundlicher sein können.

Nach dem Bootsanleger Wannsee ging es über die Glienicker Brücke an den Kolonnaden vorbei nach Potsdam. Auf dem Weg ins Zentrum vorbei an Highlights wie der Eremitage, dem Cecilienhof, der Gedenk- und Begegnungsstätte, dem Marmorpalais und vielen anderen Sehenswürdigkeiten.

Allein die Innenstadt mit Stadtschloss und St. Nikolaikirche und allen Museen und Kirchen ist schon einen längeren Besuch wert, und nicht nur einen Vormittag.

Also verließ ich das Zentrum von Potsdam und passierte das Schloss Sanssouci, den Sizilianischen Garten und das Neue Palais, um mit der Seilfähre Caputh nach Caputh über zu setzen.

Nach einer großen Pizza direkt im Garten an der Havel ging es gestärkt weiter.

 

 

 

 

Immer am Schwielowsee entlang erreichte ich Werder an der Havel. Die Altstadt liegt auf einer wunderschönen Havel-Insel.
Nach einem Bummel an der Havel entlang und einem Abend-Imbiss ….

 

Übernachtung Hotel zur Insel https://www.hotel-zur-insel.de/

24.05.2019    Werder – Ketziner Siedlung – Deetz – Gollwitz – Brandenburg / Havel

Vorbei an Phöben und Ketzin ging es eigentlich ereignislos immer an der Havel entlang. D.h. nicht direkt an der Havel, sondern immer im angemessenen Abstand. Rechts und links des Dammes waren großzügige Wiesenauen oder Schilfflächen, in denen es summte und zwitscherte. Genau das richtige für ruhesuchende. Ich habe z.B. zwischen Deetz und Gollwitz gerade einmal 3 Spaziergänger getroffen. Andere Radfahrer waren auch nicht zu entdecken.

Wofür die fette Elke im Deezer Hafen da wohl liegt?           

Doch von Jetzt auf Gleich änderte sich alles. Vor mir die Neustadt von Brandenburg. Als Kontrastprogramm Industriegelände, Autoverkehr und Lärm und Schmutz. Zum Glück liegt die Altstadt auf der anderen Uferseite. Dort habe ich dann auch ein Zimmer gefunden.

Der ursprünglich angedachte CP am Yachthafen hatte geschlossen und der CP Buhnenhaus war mir zu weit entfernt.

Übernachtung in der Rathauspension   http://www.rathauspension1685.de/. (Achtung; die Zimmer zur Straßenseite sind, bedingt durch den Autoverkehr, sehr laut)

25.05.2019     Brandenburg / Havel – Briest – Kützkow – Jechel – Rathenow – Steckelsdorf

Nach einem ausgiebigen Frühstück auf der Gartenterasse der Pension ging es dann weiter. Am wunderschönen Ufer des Breitlingsee entlang erreichte ich geschichtsträchtige Kirchmöser Siedlung

Aber schon wenige Kilometer weiter das (verlassene) Eisenbahnwerk von Kirchmöser.

Hier zeigte sich die Region nicht immer von der schönen Seite.

Verfallene Fabrikruinen wechselten sich mit schön renovierten, aber auch baufälligen Wohnhäusern ab.
Hier konnte ich die „Landflucht“ schon nachvollziehen.

Über Briest und Tickow erreichte ich Kützkow. Dort führte der Havelradweg in einem großen Bogen von der Havel weg. Erst hinter Milow war die Havel wieder mein Begleiter. Kurze Zeit später erreichte ich auch schon die Vorboten von Rathenow. Dies waren diverse Industriegebiete. Da muss man halt durch. Rathenow lud mich nicht zum Verweilen ein, obwohl ich später noch einmal hierher zurückkommen sollte.

Hinter Rathenow ging es an der Ausfallstraße immer weiter aus der Stadt hinaus. Nach ca. 6 km erreichte ich den Campingplatz Steckelsdorf. Hier mag im Hochsommer viel Betrieb sein, aber an diesem Tag war der CP verlassen. Nach längerer suche fand ich den rasenmähenden Chef, der mir sagte, ich könne mir irgendeinen Platz aussuchen. Ich sei der einzige Tagesgast, ansonsten nur 2 (in Worten Zwei) Dauercamper.

Nach Zeltaufbau und Duschen suchte ich zu Fuß verzweifelt im „Dorf“ eine Wirtschaft o.ä. Nichts. Geschlossen oder Bauruine. Also schwang ich mich wieder aufs Rad und fuhr noch einmal nach Rathenow „City“. Aber auch da brauchte ich mehrere Anläufe, um ein offenes Restaurant zu finden. Es war dann ein Grieche, der mich noch satt bekam.

Übernachtung   Camping Steckelsdorf   https://www.campingplatz-rathenow.de/

26.05.2019      Steckelsdorf – Grütz – Molkenberg – Warnau – Jederitz – Havelberg

Fand ich den Vortag schon …. interessant, so sollte dieser Tag der langweiligste auf dieser Tour sein.

Sofort hinter dem CP fing ein großer Truppenübungsplatz an. Hier ging es über einen Betonplattenradweg immer schnurgerade durch den Wald. Nun hatte ich nach dem Zelten noch nicht richtig gefrühstückt (es wird schon ein Bäcker/Café am Wegesrand kommen) und meine Laune wurde mit jedem km schlechter. Hätte ich im Vorfeld etwas ausführlicher recherchiert, wäre mir dieser Abschnitt erspart geblieben. Hier gab es keine Infrastruktur. Nach ca. 16 km nahm das sein Ende und man konnte wieder Landschaft sehen.

Als Alternative würde ich beim nächsten Mal die Strecke über Hohenauersee und Rhinow wählen, also durch das ehemalige BuGa-Gelände.

Obwohl; Abwechslung gab es dann bei Grütz, ein Storchennest auf dem Feuerwehrturm. Und in Molkenberg ein Storchennest auf einem Strommast. Und ein Storchennest auf einer See Insel.

Das klingt jetzt vielleicht alles etwas destruktiv, ich hatte wahrscheinlich nur einen schlechten Tag.
In der Nachbetrachtung kann ich nur sagen, die Landschaft ist zwar einsam, aber auch unberührt und sehr ursprünglich. Viele geschützte Gebiete für Vögel und andere Tiere befinden sich hier.

Als krönender Abschluss hatte ich auch noch zwischen Garz und Havelberg einen strammen Gegenwind, flaches Land eben.

So erreichte ich Havelberg. Ich hatte bereits während des Gegenwindes per Smartphone bei booking.com ein preiswertes Zimmer in Havelberg gebucht. Obwohl der Campingplatz auf der Campinginsel sehr schön sein soll, hatte ich einfach keine Lust irgendetwas aufzubauen.

Nach einer ausgiebigen Dusche und mehreren Kaffee schlenderte ich dann doch noch durch die Altstadt von Havelberg und genoss noch ein Abendessen mit 2 (?!) Rotwein.

Übernachtung   Biergartenpension Zur alten Post   https://biergartenpension-zuraltenpost.de/

27.05.2019      Havelberg – Sandau – Schwarzholz – Arneburg – Tangermünde – Bittkau – Bertingen

Nach einem ausgiebigen Frühstück geht es Richtung Elbe. Aus Havelberg raus auf der Bundesstraße B107 bis Sandau. Und da ist er auch schon, Deutschlands drittlängster Fluss. Der Bahntrassen-Radweg zwischen Sandau und Klietz bringt mich dann gut vorwärts. Die Windrichtung ist die gleiche wie gestern. Nur heute ist es, im Gegensatz zu gestern, Rückenwind.

In Klietz biege ich nach Westen ab um die Elbe bei Arneburg zu erreichen.
Nach der Fahrt mit der Gier Seilfähre https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%A4hre_Arneburg schließt sich noch eine Stadtrundfahrt durchs wunderschöne Arneburg an.

Weiter geht es auf gut ausgebauten Radwegen nach Tangermünde. Auch hier lohnt eine Stadtbesichtigung. Da es gerade auch einen Regenschauer gibt, nutze ich die Zeit zum Mittagessen.

Direkt hinter Tangermünde befindet sich der NABU – Aussichtsturm. Von ihm aus kann das gesamte Naturschutzgebiet am Elbufer eingesehen werden. Absolut lohnend. Das zugehörige Nabu-Zentrum mit Hofladen 2 km weiter in Buch hatte allerdings geschlossen.

Unmittelbar hinter Grieben war dann der Family Camping Kellerwiel. Hier hatte ich geplant zu übernachten.

Bis hierhin waren es 60 km und ich war eigentlich noch topfit. Der Rückenwind hat da wohl geholfen. Kurzerhand entschloss ich mich nur einen Kaffee (oder doch ein Bier?) zu nehmen und weiter zu fahren. Vorher half mir booking.com in 15km Entfernung eine Unterkunft, einen CP zu finden.

Weiter in Bittkau konnte man noch alte Sünden „besichtigen“. Aber auch wunderschöne Elb-Auen.

Weiter durch die wunderschönen Elb-Auen erreichte ich meine geplante Unterkunft.

Der ausgewiesene CP erwies sich als reiner Wohnmobil-Stellplatz. Keine Zelte erlaubt!
Glücklicherweise gehörte zu der Anlage auch das La Porte Hotel.
Dieses Hotel besteht aus diversen Ferienhäusern mit jeweils 3 Doppelzimmern. Die Nummer 22 war dann für eine Nacht meine.

Auf dem Gelände befand sich ebenfalls ein Restaurant, in dem ich den Tag ausklingen ließ.

Übernachtung im La Porte Hotel   https://www.hotel-laporte.de/

28.05.2019      Bertingen – Rogätz – Niegripp – Hohenwarthe – Magdeburg – Hohendodeleben

Durch ein gutes Frühstück gestärkt ging es nun weiter an der Elbe entlang. In Rogätz wurde die Elbeseite per Fähre gewechselt. Man hatte mir im Vorfeld gesagt, dass das Ostufer schöner sein soll. Mal sehen.

Am Niegripper See vorbei ging es bis zur alten Schleuse Hohenwarthe.

Unmittelbar schließt sich hier die große neue Schleuse Hohenwarthe an.
Hier werden die Schiffe vom Mittellandkanal auf den Elbe-Havel-Kanal umgelenkt.

Weiter geht es zum alten Schiffshebewerk Rothensee. Vorher noch auf der Kanalbrücke Magdeburg die Elbe überqueren und da ist es auch schon, das Schiffshebewerk Magdeburg-Rothensee. In Anbetracht des Baujahrs 1938 ein Meisterwerk der Technik.

Nachdem ich wieder auf die östliche Elbseite gewechselt bin, ging es Richtung Magdeburg Innenstadt. Die westliche Seite ist nicht so schön, sie ist übersäht mit Industriegebieten und Hauptverkehrsstraßen. Der Biederitzer Busch ist da schon schöner.

Am Jahrtausendturm vorbei auf die andere Elbseite bis zur Schiffmühle.

Danach erfolgte eine Stadtbesichtigung von Magdeburg:

Da die Campingplatzdichte im Umfeld gegen 0 geht und die Zimmer in Magdeburg selbst fast unerschwinglich waren, hatte ich mir im Vorfeld bereits eine Unterkunft in Gasthof zum Buttenkrug gebucht. Der liegt in Hohendodeleben, etwa 8 km westlich von Magdeburg. Also auf.

Übernachtung im Gasthof zum Buttenkrug    http://zumbuttenkrug.de/

29.05.2019     Hohedodeleben – Wanzleben – Eggenstedt – Hötensleben – Schöningen – Räbke Camping

Also auf zur Abschluss-Etappe nach Räbke.

Über Wanzleben und Seehausen geht es durch Felder und Wiesen nach Eggenstedt. Dort befindet sich die unscheinbare Allerquelle. Ohne Hinweisschild würde man glatt vorbeifahren.

Ab dort wechselt die Landschaft, es kommen Wald und einige Steigungen. Hier mal 50 Hm dort mal 80 Hm. In der Mittagssonne wird man davon ganz schön durstig.  Plötzlich wird die Landschaft wieder offen und Windräder prägen das Bild.  

Weiter geht es zum Grenzdenkmal Hötensleben und im Anschluss an den Braunkohle-Tagebergbau „Helmstedter Revier“ in Schöningen. Das zugehörige Museum Paläon besuche ich nicht. Dies werden wir noch im Rahmen des Treffens in der Gruppe nachholen.

Im Marktkauf Schöningen versorge ich mich mit Kulinarischem und radle aus der Stadt heraus. Im anschließenden Waldstück genieße ich die gekauften Speisen mit einem Pikkolo auf einer Parkbank. Bevor ich weiter fahre lasse ich die Tour noch einmal Revue passieren.

Jetzt noch kurz an der „Bundesstelle für Fernmeldestatistik“ (wofür das wohl in der Vergangenheit gedient hat?) vorbei und nach einem weiteren ruhigen Waldgebiet erreiche ich Räbke.

Angekommen auf dem Campingplatz warteten schon einige Radreise-Forumisten. Nach einem ausgiebigen Hallo und Zeltaufbau endete der Tag mit Grillen, Trinken …….

Unterkunft Forumstreffen   Campingplatz Räbke   https://www.campingplatz-raebke.de/